Shinzo Abe, geboren 1954 in Tokio, war ein prominenter japanischer Politiker. Er stammte aus einer bekannten Politikerfamilie. Sein Vater, Shintaro Abe, war ein Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDP), und sein Großvater, Nobusuke Kishi, war Premierminister. Abe studierte an der Seikei-Universität und besuchte später die Universität von Südkalifornien. Er wurde 1993 ins Abgeordnetenhaus gewählt und war von 2003 bis 2004 Generalsekretär der LDP. Später wurde er Kabinettssekretär unter Junichiro Koizumi, bevor er 2006 Premierminister wurde. Er war der jüngste Premierminister Japans seit dem Zweiten Weltkrieg und der erste, der nach dem Krieg geboren wurde.

Abe war bekannt für seine rechtsgerichteten Positionen und war Mitglied der ultranationalistischen Organisation Nippon Kaigi. Diese Gruppe hat umstrittene Ansichten zur japanischen Geschichte. Er hatte auch Kontroversen ausgelöst, indem er die Rolle Japans im Zweiten Weltkrieg relativierte. Unter seiner Führung wurden wirtschaftliche Reformen eingeführt, die als 'Abenomics' bekannt sind. Diese sollten die stagnierende Wirtschaft Japans wiederbeleben, was teilweise gelang, aber nicht alle Erwartungen erfüllte. Abe wollte auch den Einfluss Chinas in der Region begrenzen und begann den Quadrilateral Security Dialogue mit den USA, Australien und Indien.

Am 8. Juli 2022 wurde Abe in Nara während einer Wahlkampfveranstaltung für die Oberhauswahlen erschossen. Der Täter, Tetsuya Yamagami, gab an, Abe aufgrund seiner Verbindungen zur Unification Church ermordet zu haben, die er für seine persönlichen Probleme verantwortlich machte. Dies war die erste Ermordung eines ehemaligen Premierministers seit 1936 und löste landesweite Sicherheitsdebatten aus. Abes Tod hinterließ ein politisches Vakuum und führte zu Diskussionen über Japans Zukunft in der internationalen Politik.